Praxis für Zahnerhaltung Prof. Dr. Rosin & Partner

Fluorid in Zahnpasta: hilfreich, nutzlos oder sogar giftig?

In diesem Beitrag werde ich Ihnen das Thema Fluorid mal aus einem ungewohnten Blickwinkel präsentieren und Ihnen drei Entscheidungskriterien liefern, die auf rationalen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten beruhen und nicht auf Hörensagen oder Glaubenssätzen. Damit möchte ich Sie in die Lage versetzen, die für Sie richtige Entscheidung bezüglich des Fluorids zu treffen. Das Ergebnis könnte durchaus überraschend für Sie sein, daher lesen Sie den Artikel auf jeden Fall bis zum Ende 🙂

Das seit Jahrzehnten als heilbringend für Zähne geltende Fluorid gerät zunehmend ins Kreuzfeuer der Fluoridgegner. Jüngst befeuert durch die Werbung für eine Zahnpasta, die einen ziemlich banalen Fakt groß aufmacht, nämlich dass die EU für den „umstrittenen“ Stoff Fluorid Grenzwerte festgelegt hat. Und dann suggeriert, dass die empfohlene Zahnpasta aus diesem Grund die Lösung sein soll, weil sie eben kein Fluorid enthält. Als Alternative werden Hydroxylapatit und Xylit angeboten, die bisher jedoch noch in keiner wissenschaftlichen Studie den Beweis erbringen konnten, einen vergleichbaren Effekt auf die Kariesvermeidung zu haben wie Fluorid. Also, was tun? Ob Ihnen eine fluoridfreie Zahnpasta nun helfen kann oder eher schadet, können Sie nach dem Lesen der folgenden Punkte besser beurteilen.

Entscheidungskriterium eins: ist das Zuführen von Fluorid überhaupt hilfreich?

Beim Fluorid gibt es üblicherweise keine individuelle, sondern nur eine generelle Nutzen-Risiko-Abwägung, die zu dem Schluss kommt, dass alle Menschen Fluorid zuführen sollten. Um die in früheren Jahren wirklich verheerenden Auswirkungen von Karies einzudämmen. Weil Fluorid das Kariesrisiko um etwa 30% verringert. Wenn man von einem annähernd 100%igen Befall der Menschen mit Karies ausgeht, dann ergibt das Sinn. Nur sehen wir heute einen großen Anteil vor allem junger Menschen, die nicht eine einzige Karies haben. Und niemand weiß, ob sie ohne Fluorid wirklich Karies bekommen hätten. Es gibt also zweifellos viele Menschen, die auch ohne Fluorid keine Karies bekommen würden. Für diese Menschen wäre die Zufuhr von Fluorid also bestenfalls nutzlos. Hier ergeben sich nun zwei Probleme, erstens woher wollen Sie wissen, ob Sie zu den Glücklichen gehören und zweitens, wie erreicht man das? Das erste Problem kann ich nicht für Sie lösen, für das zweite habe ich ein paar Anregungen. Denn außer der Fluoridierung gibt es zwei weitere Strategien, um keine Karies zu bekommen. Das ist zum einen die Ernährungslenkung (schwierig….) und zum zweiten die Belagsentfernung (auch nicht ganz einfach…). Wie genau das funktioniert, können Sie in diesem Ratgeber gegen Karies nachlesen. Kurz zusammengefasst könnte man es so formulieren: Wenn Ihre Ernährung annähernd kohlenhydratfrei ist oder Sie eine hunterprozent perfekte Mundhygiene haben, dann wird bei Ihnen keine Karies entstehen, unabhängig davon, ob Sie Fluorid benutzen oder nicht. Und nun prüfen Sie sich bitte selbst. Wie häufig nehmen Sie Kohlenhydrate zu sich? Dazu zählen Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und natürlich alle Formen von Süßigkeiten sowie Fruchtsäfte und süßes Obst. Wie häufig und intensiv benutzen Sie Zwischenraumbürstchen oder Zahnseide und wie häufig werden Ihre Zähne angefärbt, um die Wirksamkeit Ihrer Putztechnik zu überprüfen? Sehen Sie es als gute Nachricht, wer hier gut aufgestellt ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Fluorid verzichten und wird trotzdem keine Karies bekommen. Bewiesen hat dies übrigens der amerikanische Forscher und Zahnarzt Dr. Weston Price, der unzählige Naturvölker auf der ganzen Welt studiert hat und zu dem Schluss kam, dass die Abwesenheit westlicher Ernährung hochgesunde Menschen und auch Zähne zur Folge hat.

Entscheidungskriterium zwei: Die Dosis macht das Gift.

Natürlich nichts Neues, aber trotzdem hilfreich. Wenn man die Kirche im Dorf lassen will. Denn, wie konsequent sind Sie mit anderen Giften? Sich über die Giftigkeit von Fluorid Gedanken zu machen ist wohl nur dann angebracht, wenn man auch sonst Giften aus dem Weg geht. Sich als Raucher zum Beispiel Gedanken um die Luftverschmutzung zu machen ist wohl etwas lächerlich. Ein paar andere Beispiele. Zucker. 70g davon am Tag und Sie sind ein hochgesunder Mensch. Die Zehnfache Menge wird Sie ziemlich schnell umbringen, wenn Sie nicht mindestens drei Stunden pro Tag intensiv Sport machen. Alkohol. Eine Flasche Wein und Sie haben einen schönen Abend, die Zehnfache Menge und Sie könnten nie wieder aufwachen. Abgesehen davon ist Alkohol auch in geringeren Mengen giftig, was 95% der Deutschen aber trotzdem nicht davon abhält, ihn regelmäßig zu trinken. Wasser. Ein bis zwei Liter am Tag sind sehr gesund, die zehnfache Menge davon bringt Sie ganz sicher um. Schmerztabletten. 1g Paracetamol und die Kopfschmerzen sind weg, 10g und Ihre Leber versagt womöglich. Es ist Ihnen hoffentlich bewußt, dass ein erwünschter Effekt und eine potenziell tödliche Dosis häufig nur um den Faktor 10 auseinanderliegen? Sie könnten also genauso gut jeden einzelnen Nahrungsbestandteil als Gift bezeichnen, nur sollten Sie eine Mengenangabe dazu machen. Das wird von Fluoridgegnern natürlich konsequent unterlassen, es wird pauschal als Gift bezeichnet. Für ausreichend hohe Dosierungen trifft das zu, nur werden die jemals erreicht? Rechnen wir halt mal nach. Eine erbsgroße Menge Zahnpasta enthält ca. 0,1 bis 0,2 mg Fluorid. Die potenziell giftige (nichtmal tödliche) Dosis wird beim Menschen mit 5mg/kg Körpergewicht angegeben. Also 350mg bei einem 70kg Menschen. Es liegt also mindestens der Faktor zweitausend zwischen der Menge Fluorid, die Sie beim Zähneputzen im Mund haben und einer potenziell giftigen Dosis. Und das auch nur, wenn Sie die Zahnpasta verschlucken. Spucken Sie sie aus, dann dürfte der Faktor bei über zwanzigtausend liegen. Wenn Ihnen ein Sicherheitsabstand von Faktor 10 bei allen anderen „Giften“ reicht, vielleicht reichen Ihnen dann 20.000 beim Fluorid? Das müssen Sie selbst beurteilen. Übrigens, in einem Liter schwarzem Tee sind etwa 1-3mg Fluorid enthalten. Also 10 mal mehr als in der Zahnpasta in Ihrem Mund… Wäre es da nicht eher angebracht, vor schwarzem Tee zu warnen?

Entscheidungskriterium drei: Sind Sie überhaupt angreifbar für Gifte?

Jetzt kommt der eigentlich spannende Teil. Bei meiner Recherche bin ich auf sehr interessante Studien gestoßen. Denn zum Teil wird Fluorid in hohen Dosen benutzt, um die Wirksamkeit von Antioxidantien zu testen, und die Ergebnisse sind phänomenal! Zum Beispiel wurden in einer Studie (Januar 2018, hochaktuell!) schweizer Albinomäuse mit einer Dosis von 190mg/kg !!! Körpergewicht Fluorid behandelt und die Auswirkungen auf das Blut untersucht. Dabei bekam eine Gruppe eine Standarddiät und eine Gruppe bekam eine antioxidantienreiche Diät in Form von Tomatenpüree (ich mußte auch schmunzeln…). Das spannende war nun, dass die nährstoffreich ernährten Mäuse bessere Blutwerte und besseres Fell (mehr Haare, mehr Glanz) hatten als die Standarddiätmäuse. Die fluoridvergifteten Mäuse mit Standarddiät hatten schlechteres Fell und schlechtere Blutwerte. Jedoch hatten die vergifteten Mäuse mit nährstoffreicher Diät vergleichbares Fell und vergleichbare Blutwerte zu den Mäusen ohne Fluorid und mit Standarddiät. Was lernen wir daraus? Selbst extrem hohe Dosierungen von Fluorid, die um den Faktor 100.000 (einhunderttausend!!!) höher sind als in einer erbsgroßen Menge Zahnpasta, führen bei antioxidantienreicher Ernährung an schweizer Albinomäusen nicht zu mehr Problemen als eine westliche Standarddiät. Angesichts dieser Ergebnisse würde ich mir ehrlich gesagt mehr Gedanken um meine Ernährung als ums Fluorid machen. Denn was für Fluorid gilt, wird auch für andere Gifte gelten. Je besser Ihre Versorgung mit essentiellen Nährstoffen und Antioxidantien, um so weniger müssen Sie sich vor irgendwelchen Giften fürchten. Und jetzt wird es schon philosophisch, denn wenn Sie Ihren persönlichen Schutzwall aufbauen, ein unüberwindbares Immunsystem, bestehend aus Eiweiss, ausreichend Mikronährstoffen und genug Bewegung und gutem Stressmanagement, dann müssen Sie sich nicht mehr um die vielen Feinde kümmern, von denen das Fluorid ja nur einer ist. Oder Sie treiben eine Sau nach der anderen durchs Dorf, je nachdem, was gerade in Mode ist. Glauben Sie, das hört jemals auf?

Zusammenfassend könnte man sagen, dass für Menschen mit antioxidantienreicher Ernährung Fluorid ein bequemer und sicherer Weg ist, um das Risiko für Karies nochmals zu verringern. Wenn Sie ohnehin schon weitgehend auf Kohlenhydrate verzichten, dann brauchen Sie kein Fluorid, sie müssen es aber auch nicht fürchten.

Bei kohlenhydratreicher und nährstoffarmer Ernährung steigt das Kariesrisiko und auch das Risiko, von Giftstoffen Schaden zu nehmen. Ob das Fluorid in der Zahnpasta ausreichend ist um Ihnen zu schaden, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei einigermaßen stabilem Stoffwechsel sollte es auf Grund der sehr geringen Dosis jedoch unschädlich sein. Auf jeden Fall wird es sie vor Karies beschützen.

Wenn Sie auf jeden Fall auf Fluorid verzichten wollen, was ich völlig in Ordnung finde, dann kennen Sie jetzt genug alternative Wege, um Karies zu vermeiden.

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